Home » News » Poker und Steuern
Poker und Steuern

Die Situation war eigentlich ganz einfach. So lange Pokern als Glücksspiel eingestuft wird, muss man auf seine Poker Gewinne keine Steuern bezahlen. Doch nun hat das Landgericht Köln ein mehr als komisches Urteil gefällt. Ob es in den höheren Instanzen Bestand haben wird ist fraglich, aber zunächst hat es den Anschein als müsste jeder der beim Poker Spielen gewinnt, diese Gewinne versteuern.

Der Hintergrund ist folgender. Eddy Scharf einer der bekanntesten und auch erfolgreichsten deutschen Pokerspieler hat das Finanzamt verklagt. Denn diese wollten auf einmal von ihm Steuern auf seine gesamten Turniergewinne der letzten zehn Jahre. Das Finanzamt hat nun Recht bekommen und Eddy Scharf dürfte damit vor enormen finanziellen Problemen stehen. Er selbst sagt, dass er pleite ist wenn er diese Steuernachzahlung bezahlt hat.

Urteilsbegründung im Fall Eddy Scharf, Pokern und Steuern

Die hauptsächliche Urteilsbegründung für diese Entscheidung liegt in der Tatsache, dass das Gericht davon ausgeht, dass Pokern für Eddy Scharf kein Glücksspiel ist. Aufgrund seiner Ausbildung zum Piloten hat er einen Vorteil gegenüber seinen Gegnern und spielt daher Poker als Geschicklichkeitsspiel. Wenn jedoch Poker kein Glücksspiel ist, dann muss Scharf natürlich auch auf seine Gewinne Steuern bezahlen.

william hill poker raum

Online Poker im William Hill Pokerraum spielen und bis zu 1.400 Euro Bonus kassieren.

In wie weit Verluste gegen gerechnet werden können wird nicht wirklich ausreichend vom Gericht thematisiert. Ja vielmehr haben sie genau wie das Finanzamt einfach die Daten von verschiedenen Internetseiten wie Henden Mob genommen und diese als Ausgangsbasis benutzt. Das jedoch für jeden Gewinn auch Geld eingesetzt oder in anderen erfolglosen Turnieren verloren wird, wurde nicht ausreichend gewürdigt. Das Eddy Scharf sogar behauptete er habe mittlerweile mit Poker mehr Geld verloren als verdient, war ebenso egal.

Müssen nun alle Pokerspieler Steuern bezahlen?

Im Grunde ja. Denn auch mittlerweile haben wir ein Steuergesetz, dass jedes regelmäßige Einkommen zum hauptsächlichen Lebensunterhalt steuerpflichtig ist. Dabei wäre es theoretisch sogar egal ob dies durch Drogenverkauf oder andere Verbrechen geschieht. Wichtig ist, dass es regelmäßig ist und zum hauptsächlichen Lebensunterhalt. Bei einem Poker Profi darf man durchaus davon ausgehen, dass er regelmäßig gewinnt und damit seinen Lebensunterhalt bestreitet.

Doch die wenigsten Pokerspieler werden nun hingehen und freiwillig einen Teil ihrer Gewinne abführen. Vielmehr werden die meisten einfach so weiter machen wie bisher und hoffen nicht aufzufallen. Dabei jedoch bereits jetzt der wichtige Tipp: Sammelt all eure Ausgaben wie Hotelrechnungen, Turnierbuyins usw. Denn wenn das Finanzamt kommt, dann habt ihr so wenigstens die Möglichkeit nachzuweisen, dass ihr auch ausgaben hattet.

Dieses Urteil wird jedoch so in der Art vermutlich auf der nächsten Instanz wenig Bestand haben. Es ist einfach viel zu widersprüchlich, die Situation eines Pokerspielers wurde nicht ausreichend gewürdigt und vor allem sorgt es für eine Ungleichbehandlung der Bürger.