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Das Bluffen Beim Pokern

Das Bluffen Beim Pokern

Der sogenannte Bluff spielt beim Poker eine große Rolle. Es ist dabei egal, ob man in einem Online-Pokerspiel zu bluffen versucht oder an einem realen Tisch mit echten Gegenspielern. Das Grundprinzip des Bluffs bleibt immer gleich. Es geht darum, den Pott eines Spiels, der gerade auf dem Table liegt, für sich zu gewinnen, obwohl man eine schwache Hand hält, die höchstwahrscheinlich kein Gewinnblatt darstellt. Das Bluffen ist allerdings nicht ganz so einfach wie man sich das vorstellen mag. Dazu bedarf es einer Menge psychologischen Geschicks und dem richtigen Quäntchen Glück. Wichtig ist z. B. das Wissen um die verschiedenen Spielertypen. Sind die Gegner eher zurückhaltend oder spielen sie draufgängerisch? Beim Bluffen gibt es unzählige Variablen, die man möglichst alle in Betracht ziehen sollte, wenn man mit einem Bluff gewinnen möchte. Wie funktioniert nun so ein Bluff genau? Folgendes Beispiel soll veranschaulichen was beim Bluffen passiert bzw. passieren kann.

Man erhält zu Beginn der Spielrunde das Paar zehn/zehn. Man hat erkannt, dass mehrere Calling Stations am gleichen Tisch sitzen, ein Maniac ist auch dabei und dazu noch Spieler mit dem “Rock”-Stil. Der Maniac raised nun pre-Flop, die Calling Stations gehen natürlich mit. Man selbst geht natürlich auch mit, immerhin hat man bereits ein Paar mit zehn/zehn auf der Hand. Nun folgt der Flop. Im Flop werden jetzt beispielsweise As/Dame/sieben gelegt. Nun sehen die Gewinnchancen mit dem eigenen Paar zehn/zehn nicht mehr ganz so gut aus. Die Gefahr ist groß, dass nun einer oder mehrere Mitspieler zumindest ein höheres Paar auf der Hand halten. Der Pot hat bereits eine beachtliche Größe erreicht und man hat selbst schon einige Chips investiert. Man muss nun mehrere Dinge überlegen. Wie hoch ist die Chance, noch eine bessere Gewinnerhand zu erhalten im Turn und im River? Was halten die anderen Spieler vermutlich auf der Hand? Lohnt es sich, weiter mitzugehen oder gar zu wetten bzw. zu raisen obwohl man keine gute Hand mehr hält? Es ist eine schwere Entscheidung, aber mit der richtigen Strategie und Vorbereitung lässt sich hier durchaus noch etwas gewinnen. Der Spieler entscheidet sich für einen riskanten Bluff. Er wettet also nach dem Flop, trotz seiner mittelmäßigen Hand, dennoch um einen großen Betrag. Mehrere Calling Stations steigen aus, der Maniac geht mit. Jetzt hat man bereits einen Teilerfolg erreicht denn jeder Spieler der foldet, ist keine Gefahr mehr für die eigene, gehaltene Hand. Nun folgt der Turn mit einer drei. Also keine verwertbare Karte, welche die eigene Hand verbessern würde. Das darf aber nicht bekannt werden, denn man muss den verbliebenen Gegenspielern eine stark Hand suggerieren. Also platziert man wieder eine Wette in angemessener, die Stärke der eigenen Hand beweisender, Höhe. Die verbliebenen Calling Stations steigen aus dem Spiel aus, nur noch der Maniac bleibt übrig und geht mit seinen verbliebenen Chips “All in”. Durch den Bluff hat man es bereits geschafft, die ganzen Calling Stations aus dem Weg zu räumen, was die eigenen Gewinnchancen wieder beträchtlich erhöht hat. Der Maniac spielt entsprechend seiner Spielweise und die Chancen, dass dieser ein starkes Blatt auf der Hand hält stehen 50/50. Man entscheidet sich, seinen Bluff weiter durchzuziehen und called das “All in” des Maniacs. Jetzt folgt nur noch der River, welcher eine neun auf den Spieltisch bringt. Wieder keine Karte von Wert für die eigene Hand. Jetzt geht es darum, wer tatsächlich etwas auf der Hand hat und wer nicht. In diesem Beispiel hat der Maniac eine neun/sechs auf der Hand und erzielt damit ein Paar neun/neun. Er hat seinerseits versucht, entsprechend seinem Stil, ebenfalls ab Beginn des Spiels aggressiv zu spielen, um möglichst schnell möglichst viele Chips zu gewinnen. Man selbst hat nun den Pott mit seinem Paar zehn/zehn gewonnen. Der Bluff ist geglückt, die anderen Spieler sind vorzeitig ausgestiegen, da man eine wesentlich stärkere Hand vorgetäuscht hat, als eigentlich vorhanden war.

Der Sinn des Bluffens sollte anhand dieses Beispiels eindeutig und klar geworden sein. Der Bluff an sich ist immer risikobehaftet. Benutzt man aber seine eigene Spielerfahrung und ist in der Lage, die Gegenspieler richtig einschätzen zu können wird ein Bluff zu gegebener Zeit meist sehr lukrativ sein. Wichtig ist, dass man nicht mit jedem mittelmäßigen oder gar schlechten Blatt in der Hand versucht, einen Bluff durchzukriegen. Das würde auf Dauer schiefgehen da die anderen Spieler einem immer öfter einen Bluff unterstellen werden. Wenn man selbst immer wieder ein schlechtes Blatt auch direkt foldet, werden sicher die meisten Gegenspieler davon ausgehen, dass man nur mit starken Händen mitgeht oder gar seine Wetten platziert. Dies macht es recht einfach, gelegentlich einen Bluff zu versuchen und bietet eine höhere Chance, mit diesem dann auch die Gegner zum Folden zu bewegen.

Zusammengefasst bedeutet das, dass man auch das Bluffen gelernt haben sollte. Einfach nur auf jede Hand zu wetten oder zu raisen wird garantiert nach hinten losgehen. Deshalb sollte man einen Bluff über das Table Image vorbereiten, weil ein gutes Table Image sehr hilfreich ist, wenn man versucht zu bluffen.